Monte-Baldo-Flow statt Enduro-Gemetzel
Es gibt Trails, die brauchen keinen großen Namen und keine wilden Sprünge, um richtig Laune zu machen. Der Nr. 33 von Ca’ Chemasi runter nach Sant’Antonio delle Pontare ist genau so ein Kandidat. Kein Bikepark-Ballertrail, kein dauerndes Hinterrad-Geschrubbe – sondern ehrliches Gardasee-Gelände mit Geschichte unter den Reifen.
Monte Baldo liefert hier einmal mehr genau das, was man sich vom Westhang oberhalb von Brenzone sul Garda erwartet: alte Mulattiere, lose Steine, Felsplatten und dieses typische Gardasee-Feeling zwischen Olivenhainen und rauem Kalkstein.
Technisch ist die Tour nicht schwer. Der Trail bewegt sich größtenteils im S1-Bereich, zwischendurch gibt’s aber immer wieder kleine S2-Stellen, bei denen man konzentriert bleiben sollte. Besonders die losen Steine und ausgewaschenen Passagen erinnern einen schnell daran, dass man hier nicht auf einem geschniegelt gebügelten Flowtrail unterwegs ist. Wer blind reinballert, hebt schneller ab als ihm lieb ist.
Die historischen Eselspfade machen den Charakter der Strecke aus: schmal, holprig, teilweise steil und herrlich verspielt. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass man permanent arbeitet – Bremse lösen, Linie suchen, Vorderrad leicht machen und laufen lassen. Kein Highspeed-Geballer, sondern rhythmisches Trailfahren mit ständigem Grinsen im Gesicht.
Die Fakten zur Tour
- Länge: 28,5 km
- Höhenmeter: 1200 Hm
- Fahrzeit: ca. 3 Stunden mit E-MTB
- Schwierigkeit: überwiegend S1/G1
- Schlüsselstellen: mehrere Passagen S2/G1
Wer am Gardasee auf naturbelassene Trails steht und lieber echte Wege statt künstlicher Flowmaschinen fährt, wird mit dem 33er definitiv glücklich. Keine reine Mutprobe, aber genau genug Anspruch, damit’s spannend bleibt. Und genau das macht den Trail so gut.